Durch unsere Gemeinde, 13 km
Leichte Fahrradtour, überwiegend Asphalt, geeignet für die ganze Familie
Die Tour führt durch die Ortsteile Höhenkirchen, Siegertsbrunn und die Siedlung Am Hart mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten der Gemeinde

Streckenlänge: etwa 13 km
Streckencharakteristik: Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit dem Radl „erfahren“, überwiegend Asphalt, keine Steigungen
Kultur am Wege:
- Kirche Mariä Geburt (11. Jh.)
- Kirche St. Peter (1707 geweiht)
- Wallfahrtskirche St. Leonhard (1460-1609, geöffnet im Sommer, an verschiedenen Samstagen
- Pestkapelle (1634)
- Kirche Kreuz Christi (Erstbau 1960, Neubau 2002)
Tourenbeschreibung:
Vom HöSi-Denkmal aus fahren wir zuerst in Richtung Norden und dann auf der Bahnhofstraße in Richtung Westen über die Bahnschienen an der Mehrzweckhalle, der Sigoho-Marchwart Grundschule und dem Seniorenzentrum am Schlossanger (alle auf der linken Seite) vorbei bis zum Kreisverkehr und biegen links in die Rosenheimer Straße in Richtung Aying ein.
Am 2019 eingeweihten erbauten Kreisverkehr steht eine große Eiche, die 1871 zum Friedensschluss in Versailles gepflanzt wurde. Gegenüber lädt das Restaurant “Feuer und Stein” in einem alten Gasthaus zur Einkehr ein.
Das Gasthaus, früher mit Poststation, wurde schon 1447 urkundlich erwähnt. Es besaß das Privileg, dass alle öffentlichen Hochzeiten der sechs umliegenden Dörfer hier abgehalten werden mussten. Ebenso hatte es bereits früh das Herbergs- und das Schankrecht. König Otto von Griechenland ist mehrmals hier eingekehrt.
Der Brunnen am Maibaum nebenan erinnert an die Brunnenanlage, die dem Ort den ursprünglichen Namen „Marchwartsbrunn“ gab. Der 36 m tiefe Schacht aus Tuffsteinquadern, vor dem Jahr 1000 gebaut, besteht noch heute.
Gegenüber befindet sich die katholische Pfarrkirche Mariae Geburt. Daneben steht das „Schloss“.
Die Kirche wurde zum ersten Mal 1020 als Schenkung an das Kloster Schäftlarn erwähnt. Auf romanischen Fundamenten wurde sie in fünf verschiedenen Bau- und Ausstattungsphasen erweitert. Bemerkenswert sind das gotische Langhaus, die 1771 entstandenen Fresken und die in die Wände eingelassenen Grabplatten, deren Älteste aus dem Jahre 1480 stammt.
Das sogenannte Schloss wurde 1470 Sitz des herzoglichen Jägermeisters Johann Wager. Ein 1701 entstandener Stich von Michael Wenig zeigt das „Schloß Hechenkirchen“, wie es früher aussah. Das mit einem Löwen geschmückte Kriegerdenkmal vor dem „Schloss“ wurde 1921 errichtet.
Höhenkirchens “Einkaufsmeile” liegt in diesem Bereich der Rosenheimer Straße südlich des Kreisverkehrs. Unsere Fahrt geht weiter, vorbei am Mesnerhof (altes Bauernhaus, Ecke Brunnthaler Straße).
Hier machen wir einen Abstecher nach links in die Esterwagnerstraße und sehen schon 300 m vor uns auf der rechten Seite den Glockenturm der evangelischen Kirche Kreuz Christi.
Die Kirche hat einen achteckigen Grundriss und wurde zusammen mit dem benachbarten Gemeindezentrum im Jahr 2002 erbaut. An gleicher Stelle stand ein Vorgängerbau, der nach nur 40 Jahren baufällig geworden war und abgerissen werden mußte.
Zurück in der Rosenheimer Straße biegen wir nach links in Richtung Südwesten und sehen gleich auf der rechten Seite das 1959 erbaute Rathaus. Wir biegen rechts in die Miesbacher Straße nach Faistenhaar ein und sehen dann links den Michlhof, früher Hofpechlerei.
Hier wurden jährlich bis zu 100 Zentner Fasspech erzeugt. Pechknechte sammelten im Wald das Harz dazu.
Im Ortsteil Höhenkirchen waren im Jahre 1239 bereits 15 Bauernhöfe urkundlich erwähnt, von denen heute nur noch die wenigsten Landwirtschaft betreiben. Hauptsächlich war das Dorf geprägt von Handwerkern wie Sattler, Wagner, Schmied, Bäcker, Seiler – alles Berufe, die von den Reisenden lebten.
Es geht weiter nach rechts auf den Neugrundweg in Richtung des Waldfriedhofs, der 1971 eingeweiht wurde. Vor dem Friedhof links sind Kräutergärten, die von den BürgerInnen gepachtet werden können. Dahinter befindet sich der AWO Waldkindergarten Wichtelrunde.
Vor dem Friedhof biegen wir nach rechts auf den Wirtschaftsweg ab und fahren über die Wallbergstraße bis zur Brunnthaler Straße, wo wir wieder nach rechts abbiegen. Die Erich-Kästner Grund- und Mittelschule, ab 1951 erbaut, lassen wir links liegen und biegen kurz danach nach links in die Schulstraße ein.
Dort befindet sich linkerhand das katholische Pfarrzentrum Mariä Geburt mit Kindergarten und Bücherei.
Wir fahren geradeaus weiter zur Münchner Straße. Dort geht es zweimal links in die Englwartinger Straße bis ans Ortsende zur Waldstraße. Hier sind wir in der Waldsiedlung, einer der ersten Nachkriegssiedlungen in Oberbayern. Wir fahren durch die Waldstraße bis zur Münchner Straße, wo wir nach links auf den Radweg abbiegen. An der Verkehrsinsel überqueren wir die Münchner Straße und biegen in die Ottobrunner Straße ein. An der nächsten Kreuzung (am Autohaus) biegen wir nach links in die Sportplatzstraße ein.
Hier befinden sich ein Skatepark, ein Bolzplatz, die Jugendfreizeitstätte „Blue Box“, eine Beachvolleyballanlage, eine Tennisanlage, das Sportschützenheim, die Burschenhüttn Höhenkirchen sowie Fußballplätze und ein Trimmpfad. Außerdem gibt es an der Ecke Ringstraße/Ottobrunner Straße den Cheroypark mit einem Schlittenberg.
Zurück über Ringstraße, Kistlerstraße und Diechtlweg geht es zur Holzapfelstraße, wo wir nach links abbiegen. Auf die Ottobrunner Straße fahren wir nach rechts, wo wir nach ca. 200 Metern das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Höhenkirchen auf der linken Seite sehen. Vor dem Arcone Technologiecenter biegen wir nach links in die Altlaufstraße ab. Am Kindertagesstättenverbund Arche Noah vorbei fahren wir geradeaus über den hinteren Altlaufweg bis zur Siedlung Am Hart. Dort überqueren wir die Gleise der S-Bahn. Links liegt die S-Bahn-Haltestelle Wächterhof.
Mit dieser und dem Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat die Gemeinde zwei S-Bahn-Haltepunkte. Hier verkehren die Züge der S7 zwischen Wolfratshausen und Kreuzstraße. Die Bahnstrecke Giesing-Aying wurde am 6. Juni 1904 eröffnet. Der Weiterbau bis Kreuzstraße erfolgte 1912.
Wir fahren weiter bis zur Hohenbrunner Straße, wo wir nach rechts auf den Radweg abbiegen. An der Kreuzung schräg gegenüber liegt das Gewerbegebiet am Muna-Gelände, das sich zwischen unserer Gemeinde und Hohenbrunn aufteilt.
Auf dem Weg in den Ortsteil Siegertsbrunn können wir bei guter Sicht das Panorama der gesamten Gemeinde vor dem Hintergrund der Alpen genießen. Wir folgen der Hohenbrunner Straße bis in den Ort.
An der Kreuzung zur Brotmannstraße stoßen wir auf eine für RadlerInnen problematische Stelle: offiziell muß man einem verschlungenen, oft zugeparkten Radweg folgen, um dann vor der Kurve auf einem Gehweg zu landen. Oder man wechselt vor der Kreuzung auf die Straße, um dann in der relativ engen Kurve von Kraftfahrzeugen bedrängt zu werden.
Ein Stückchen weiter auf der linken Seite ist das Gasthaus Inselkammer.
Hier trifft sich die Ortsgruppe des ADFC alle zwei Monate zum offenen Stammtisch, bei dem unter anderem diese und andere für den Radverkehr ungünstigen Situationen besprochen werden.
Gleich danach sehen wir links die katholische Kirche St. Peter (1707 geweiht). Man kann hier hineinschauen und Einzelheiten im Kirchenführer nachlesen.
In unmittelbarer Nähe steht das 1995 renovierte, ocker gestrichene Brunnenhaus mit dem über 30 m tiefen Brunnen des „Sigoho“.
Vor mehr als 1000 Jahren wurde hier nach Wasser gegraben. Gleich neben dem Brunnenhäusl befindet sich die Villa Inselkammer. Sie wurde 1863 als erstes Siegertsbrunner Schulhaus gebaut. Dahinter ist ein kleiner Kinderspielplatz zu finden. Dieser Bereich war früher ausgefüllt mit einem Dorfweiher, der sogenannten „Dorflack“. Der Weiher wurde trockengelegt. Heute befindet sich darunter eine Wasserreserve von 200 Kubikmetern für die Feuerwehr. Der Ansaugstutzen ist gut zu sehen.
Der Ortsteil Siegertsbrunn ist noch geprägt vom bäuerlichen Leben. Die verbliebenen landwirtschaftliche Betriebe leben von Milchwirtschaft und Viehzucht sowie von Getreide- und Kartoffelanbau. Daneben gibt es die „Pferdepensionshaltung“, d.h. dass Reitpferde von nichtbäuerlichen Besitzern bei den Landwirten eingestellt werden.
Nach der kurzen Runde um den alten Ortskern fahren wir über die Korbinian-Westermair-Straße zum Teil auf ausgewiesenen Rad- / Fußwegen bis zur Haringstraße, wo wir nach links abbiegen, um dann auf die Bahnhofstraße zu stoßen.
Gegenüber steht noch ein Gebäude des ehemaligen Ruf-Geländes, in dem sich heute eine Musikschule befindet. Daneben befindet sich das Familienzentrum in der “Alten Apotheke”, dessen Renovierung 2023 abgeschlossen wurde.
Auf der Bahnhofstraße fahren wir wieder nach links in Richtung Osten. Wir passieren die “Einkaufsmeile” in Siegertsbrunn.
Nach ca. 300 m sehen wir rechts ein stattliches Jugendstilhaus.
Dieses Gebäude, 1903 errichtet, war früher die Schule für Höhenkirchen und Siegertsbrunn und beherbergt heute den gemeindlichen Kindergarten. Es steht unter Denkmalschutz. Rechts daneben steht das ehemalige Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Siegertsbrunn.
Die Fahrt geht weiter bis zum Maibaum. Dahinter steht das katholische Pfarrhaus von St. Peter. Gleich daneben führt die Leonhardistraße zur Wallfahrtskirche St. Leonhard. Hier fällt rechts der denkmalgeschützte „Koaserhof“ auf, ein 1619 erstmalig erwähnter Einfirsthof in Holzblockbauweise. Links ist die kleine „Pestkapelle“ zum Hineinschauen geöffnet.
Eine Inschrift berichtet:
„Anno 1634, da die Pest schrecklich regierte, sind den Wolfgang Strobl von hier alle seine Hausleite gestorben und auch er an dieser Krankheit gelegen, da erschien im der heilige Wolfgang. Er verlobte zu ehren dessen eine Kapele, daher er gleich wieder gesund wurde. Nach dem Bau hat er ein Opferstöckl machen laßen, und das Geld was eingelegt wird, zu St. Wolfgang verschaft, wovon nach seinem Todt die Kapele erhalten werden solte. Anno 1648 liß Er sie erweitern, dazu auch Wolfgang Bogenhauser einen Thaler verehrte. Alß einmal auf Befel abgebrochen werden solte, nahm sich der Wohlthäter Johann Krieger drum an und dan durch Geld und gute Worte, mit den Abbruch des Thurmes allein ausging.“
Wir fahren weiter zur Leonhardikirche.
Sie entstand im 15. Jh., als das spätmittelalterliche Wallfahrtswesen aufblühte, und wird erstmals 1445 erwähnt. Aus dieser Zeit stammt der größte Teil der heutigen Bausubstanz (Außenmauern, Eingangs- und Turmunterhalle). Als im Zuge der Gegenreformation Wallfahrten wieder an Popularität gewannen, wurde 1592 an der Nordseite ein zweistöckiger Saalbau angefügt. 1769 zerstörte ein Blitzschlag den gotischen Spitzturm, der neue Kirchturm erhielt beim Wiederaufbau die heutige „welsche Haube“. Gleichzeitig wurde das beim Einsturz des Turmes beschädigte Kirchenschiff neu eingewölbt. Die Ausmalung erfolgte durch die Hofmaler Augustin Demmel und Christan Winck (1793). Während der Hochaltar noch aus dem 17. Jh. stammt, schuf im Jahre 1792 Franz Doll die Kanzel und die beiden frühklassizistischen Seitenaltäre.
Zahlreiche Votivtafeln und -gaben zeugen von der Bedeutung der Wallfahrt. Jedes Jahr findet im Juli ein Umritt mit Kirta statt.
Nach der Leonhardikirche biegen wir nach rechts auf den Kirchenweg ab.
Schräg gegenüber ist der Schlittenhügel, der im Winter eine besondere Attraktion für Familien mit Kindern ist. Außer Wintersport für die Kleinen dient dieser Hügel auch einem weiteren Zweck - man kann von oben einen kleinen Teil der Alpen erspähen, wenn die Bäume kahl sind. Dahinter befindet sich ein gemeindliches Grillgelände - Benutzung bitte im Rathaus anfragen!
Links bietet sich ein Blick über die Äcker zum Rand der Rodungsinsel, rechts wechseln sich Pferdekoppeln mit Neubaugebieten und Streuobstwiesen ab.
Der Kirchenweg ist die Promenade des Ortes und an sonnigen Wochenenden tummeln sich Familien, FußgängerInnen und Radfahrende auf diesem Weg.
Es ist ein gemeinsamer Rad- und Fußweg, und wir möchten an dieser Stelle alle dazu aufrufen, Rücksicht auf die anderen BenutzerInnen zu nehmen. Weder schickt es sich, im Renntempo Slalom zwischen den FußgängerInnen zu fahren, noch, als Gruppe von FußgängerInnen den ganzen Weg zu beanspruchen. Ein freundliches Klingeln, ein “Servus” und ein “Dankeschön”, wenn jemand Platz macht, oder bedachtsam vorbeifährt, macht den Sonntagsausflug für alle zu einem schönen und stressfreien Erlebnis.
Gegen Ende des Kirchenweges, kurz vor dem Bahnübergang biegen wir auf einen Weg nach rechts ab. Rechterhand sieht man das Gebäude des Gymnasiums. Dann kommen wir direkt zu unserem Ausgangspunkt, dem Kreisel mit dem HöSi-Denkmal.